Das Nachfeld im Deutschen: Eine korpusbasierte synchronische und diachronische Untersuchung
Die Nachfeldbesetzung gehört zu den auffälligen Erscheinungen des deutschen Satzbaus. Sie durchbricht die Satzklammer, die seit langem als Grundmuster deutscher Syntax gilt, und wirft damit grundlegende Fragen nach Norm, Gebrauch und Wandel auf. Das vorliegende Buch untersucht dieses Phänomen korpusbasiert in synchronischer, diachronischer und registerbezogener Perspektive. Herangezogen werden geschriebene und gesprochene Korpora des Gegenwartsdeutschen sowie ein eigens aufgebautes diachronisches Korpus.
Im Mittelpunkt stehen die Verteilung der Nachfeldbesetzung, die im Nachfeld auftretenden Strukturtypen und ihre Entwicklung im Verlauf der deutschen Sprachgeschichte. Damit wird ein Forschungsfeld neu vermessen, das bisher häufig nur ausschnitthaft oder auf der Basis begrenzter Textsorten beschrieben worden ist. Die Untersuchung verbindet grammatische Analyse mit quantitativer Korpusauswertung und bezieht Überlegungen zur Dependenzdistanz und zum principle of least effort in die Interpretation ein.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die Nachfeldbesetzung im Deutschen weder als bloße Ausnahmeerscheinung noch als ausschließlich mündlichkeitstypisches Merkmal zu bestimmen ist. Vielmehr zeigt sie je nach Strukturtyp, Register und historischem Zeitraum ein differenziertes Profil. Auf diese Weise erscheint die Nachfeldbesetzung als aufschlussreicher Zugang zur Organisation des deutschen Satzes. Das Buch eröffnet damit eine neue Perspektive auf das Zusammenspiel von Syntax, Sprachgebrauch und Sprachwandel.
zum Buch im ULB-KatalogPlus
zum Buch auf der Verlags-Website
Eyes Wide Shut – Traumkulturen in der deutschen Aufklärung und Romantik / Dream Cultures in German Enlightenment and Romanticism
In Bezug auf die kulturelle Bedeutung des Traums kommt es im Jahrhundert zwischen Frühaufklärung, Romantik und beginnender Restauration mehrfach zu radikalen Umwälzungen. In der Aufklärung erklärt man ihn zum psychologisch analysierbaren Phänomen, in der Romantik eröffnet er Einblicke in ein naturphilosophisch gedachtes Unbewusstes. Literatur und Kunst sind an diesen Transformationsprozessen stets aktiv beteiligt. Sie entwickeln eine Vielfalt formal und funktional unterschiedlicher Traumdarstellungen, mitunter auch im Zeichen von Ironie und Sozialkritik. Die in diesem Band versammelten Beiträge zum Traum lenken die Aufmerksamkeit auf bisher wenig beachtete Texte, u.a. von Droste-Hülshoff, Wolzogen, Kant, Goethe und aus dem Magazin zur Erfahrungsseelenkunde; sie beschäftigen sich aber auch mit den diskursiven Verflechtungen von Traumdarstellungen bei Autoren und Künstlern, die in der Traumforschung bereits ›kanonischen‹ Status genießen, wie Novalis, Tieck, Kleist, E.T.A. Hoffmann und Füßli.
zum Buch im ULB-KatalogPlus
zum Buch auf der Verlags-Website
Weitere Titel können Sie in unseren Neuerwerbungslisten für die Philologien im Fach-Cluster Geisteswissenschaften 2 entdecken!





Schreibe einen Kommentar