In Anlehnung an die Frage „Lektüre muss sein! Welche?“ aus der Interviewreihe „3 ½ Fragen an …“ aus der ZEIT stellen in dieser Reihe Angehörige der Uni Münster Bücher oder Artikel vor, die für ihre Lehre oder Forschung wichtig sind, die sie im Studium beeinflusst haben oder die sie aus anderen Gründen für empfehlenswert halten – vielleicht auch als Feierabend- oder Urlaubslektüre. 🙂
Navid Kermani (2015)
Ungläubiges Staunen – Über das Christentum
Frankfurt am Main: C.H. Beck 2015
› der Band ist mehrfach in unserem Bestand verfügbar: in gedruckter Fassung in verschiedenen Bibliotheken sowie als eBook
Dieses Buch ist zwar schon 2015 erschienen, aber immer noch eine inspirierende Urlaubslektüre.
Es handelt sich um eine Essaysammlung von Kunstbetrachtungen, zusammengetragen mit dem wissenschaftlichen Hintergrund des habilitierten Orientalisten:
- Für die, die den Blick auf vertraute und unbekannte Kunst schärfen möchten.
- Für jene, die eine besondere Perspektive auf ausgesuchte Bildwerke schätzen.
- Für alle, die sich mit den kleinen und großen Erzählungen des Christentums, den kleinen und großen Fragen des Lebens beschäftigen wollen.
- Und schließlich als Vorausschau auf das neue gemeinsame wissenschaftliche Leben und Lesen in der zusammengelegten Fachbibliothek am Campus der Theologien und der Religionswissenschaft ab 2027.
Unser Projekt „Digitalisierung Christlichen Kulturerbes im Bistum Münster“ (2023–2029) widmet sich anhand der künstlerischen Ausstattung von über 600 Kirchen der Materialität, die für das Christentum von besonderer Bedeutung ist: Auch in den Medien der Künste wurde und wird theologisch gedacht.
Die Objekte knüpfen an jene oben genannten anthropologischen Grundfragen an oder eröffnen sie, wenn wir ihnen den Raum dafür geben.
Grund genug, in Kermanis Sinne immer wieder daran zu erinnern, welches Erbe es hier zu erhalten und zu erforschen gilt.
Theologisch kann es Ausgangspunkt für den Dialog gleichermaßen mit sich selbst und mit einem Gegenüber sein.
Das titelgebende „Ungläubige Staunen“ lässt sich wie eine Erinnerung an etwas ganz Grundsätzliches lesen: Die Offenheit für ein genaues Hinsehen, Respekt im genauen Hinhören und Begeisterung für die Materie sind die Basis für ein gelungenes (wissenschaftliches) Miteinander.
In Kermanis Worten: „Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen.“

Leiterin des Projekts „Digitalisierung Christlichen Kulturerbes im Bistum Münster“
Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie, Theologische Ästhetik und Bilddidaktik
Seminar für Historische Theologie und ihre Didaktik
Katholisch-Theologische Fakultät der Uni Münster



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