Die russische Gaunersprache „fenja“: Herausforderungen und Spielräume beim Übersetzen
Die Gaunersprache fenja ist ein Phänomen: Sie ist an den Rand der russischen Sprache gedrängt worden und dennoch in allen gesellschaftlichen Schichten präsent. So verbindet sie sprachliche Besonderheit mit sozialer Dynamik. Literarische Texte spielten bei ihrer Bekämpfung und Verbreitung eine zentrale Rolle und prägen ihr öffentliches Bild. Serafima König unternimmt eine hermeneutische (Übersetzungs-)Analyse dreier literarischer Texte, die das Spannungsfeld unterschiedlicher Perspektiven sichtbar macht: die Binnen-Außen-Perspektive des ehemaligen politischen Gefangenen Varlam Šalamov, die Binnen-Binnen-Perspektive des ehemaligen Berufsverbrechers Michail Dëmin und die Außen-Außen-Perspektive des zeitgenössischen Autors Viktor Pelevin. Sie nimmt zudem die Perspektiven der Übersetzer:innen und die translatorischen Herausforderungen im Umgang mit fenja in den Blick. Im Ergebnis zeigt sie die Vielschichtigkeit von fenja in der pragmatischen und literarischen Verwendung sowie die Vielfalt an Übersetzungsmöglichkeiten.
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Prag im | Feuilleton | in Prag
Die Herausgeberin, Irina Wutsdorff, ist Professorin am Institut für Slavistik der Uni Münster.
Im Prag des 19./20. Jahrhunderts treten deutsch(sprachig)e und tschechisch(sprachig)e Kultur in Austausch und Abgrenzung zueinander. Als Ort dieser Prozesse untersucht der Band das Feuilleton: Das vielfach von Selbstreflexivität und spielerischen Formen geprägte feuilletonistische Schreiben sucht insbesondere Detailbeobachtungen ein Signum der Zeit abzugewinnen. Wenn in Feuilletons die Erfahrungen der Moderne in besonderem Maße verdichtet sind und sich diesen kleinen Texten insofern eine Kulturpoetik der Moderne ablesen lässt, gilt dies für die spezifische Situation in Prag und die dort anzutreffenden unterschiedlichen Positionierungen umso mehr. Das Mit-, In-, Neben- und Gegeneinander von Deutschen und Tschechen in der Stadt Prag der Zeit tritt im Feuilleton besonders deutlich zutage.
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