Am 30. März 1856 endet der Krimkrieg offiziell mit dem Pariser Friedensvertrag. Russland muss sich aus dem Machtspiel am Bosporus und auf dem Balkan zurückziehen. Zwar behält es die Krim, doch das Schwarze Meer wird zur militärisch neutralen Zone erklärt – eigene Kriegsschiffe sind dort verboten. Für das Zarenreich ein schwerer Schlag: Der Zugang zu eisfreien Häfen, lange ein zentrales Ziel russischer Politik, bleibt versperrt.
Der Frieden bringt keine Ruhe, sondern neue Spannungen. In Russland wird der Vertrag als Demütigung empfunden – ein Gefühl, das nachwirkt und künftige Konflikte vorbereitet.In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:
- wie ein religiöser Konflikt in Jerusalem zum Vorwand für geopolitisches Machtstreben wird,
- warum der Konflikt als einer der ersten modernen Kriege Europas gilt,
- wie der Krimkrieg politisch bis heute nachwirkt.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Jörg Baberowski, Osteuropa-Historiker und Gewaltforscher, Humboldt-Universität Berlin
- Jörg Baberowski: Der sterbliche Gott. Macht und Herrschaft im Zarenreich, München 2024
- Orlando Figes: Krimkrieg. Der letzte Kreuzzug, Berlin 2011
- Orlando Figes: Empire: World History (Podcast), Folge 81 „Crimea: The War on Repeat„
Weiterführende Links:
- Zeitzeichen: Ukraine erklärt Unabhängigkeit (am 24.08.1991)
- Zeitzeichen: Der „Brotfrieden“: Die Geburtsstunde des ukrainischen Staates
- Zeitzeichen: Unterzeichnung der Pariser Verträge (am 23.10.1954)
- Zeitzeichen: NATO-Doppelbeschluss: Frieden schaffen mit noch mehr Waffen
- Das Wissen: Russland und die Ukraine – Geschichte eines Krieges
(WDR, Almut Finck, Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak)
Sie können die Sendung, die am 30.3.2026 in der Reihe „ZeitZeichen“ lief, über die Seite des WDR nachhören oder als Audiodatei herunterladen.



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