Open-Access-Bücher zur slavistischen Sprachwissenschaft

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In der letzten Zeit sind u.a. diese frei verfügbaren Titel erschienen:

Advances in Formal Slavic Linguistics 2022

Berit Gehrke (u.a.) (Hrsg.)
https://doi.org/10.5281/zenodo.15056351
https://langsci-press.org/catalog/book/481

Advances in Formal Slavic Linguistics 2022 brings together a collection of 22 articles originating as talks presented at the 15th Formal Description of Slavic Languages conference (FDSL 15) held in Berlin on 5–7 October, 2022. The contributions cover a broad spectrum of topics, including clitics, nominalizations, l-participles, the dual, verbal prefixes, assibilation, verbal and adjectival morphology, lexical stress, vowel reduction, focus particles, aspect, multiple wh-fronting, definiteness, polar questions, negation words, and argument structure in such languages as BCMS, Bulgarian, Czech, Macedonian, Polish, Russian, Slovenian, Ukrainian, and Upper Sorbian.

The wide range of topics explored in this volume underscores the diversity and complexity of Slavic languages. The contributions not only advance our understanding of languages belonging to the Slavic group but also offer fresh perspectives for linguistics more broadly. 

Linguistic and Media Studies Perspectives on Research into Social and Political Polarisation

Anna Baczkowska, Agnieszka Hess, Agnieszka Szymanska (Hrsg.)
https://doi.org/10.14220/9783737019286

The causes of polarization existing in Polish society are multifaceted, and cannot be easily elucidated using ordinary demographic variables alone. The collaborative research initiative of linguists and media scholars is therefore not accidental: language is the primary vehicle of communication, and communication constitutes the modus operandi of social existence. Without language, which functions as a cohesive force (a “glue”) of society, any society would be unable to organize itself or sustain in its complexity. In this volume, language serves as both the object of study and the tool utilized for research purposes. The analysis of language utilized by various social actors provides insight into the social processes unfolding within a society.

Die Linguistic Landscape von Minsk: Theoretische Grundlagen, quantitative Korpusuntersuchung und explorative Statistik

Alisa Müller
https://doi.org/10.20378/irb-111156
https://www.uni-bamberg.de/ubp/verlagsprogramm/neuerscheinungen/neuerscheinungen-2025/#c707381

Die russisch-belarussische Zweisprachigkeit in Belarus, die nicht aus dem Zusammenleben verschiedener Ethnien entstanden ist, sondern aus politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen resultiert, ist ein besonders lohnenswertes Gebiet für Linguistic-Landscapes-Forschung – ein rasant wachsendes Forschungsgebiet, in dem sowohl die theoretische Fundierung als auch die methodische Durchführung Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen sind.

Eine groß angelegte Studie der Linguistic Landscape des Stadtzentrums von Minsk mit über 7.000 analysierten Einheiten untersucht die Frage, ob die beiden Amtssprachen Russisch und Belarussisch im Stadtzentrum verschiedene Funktionen übernehmen.

Zunächst werden die methodischen Probleme thematisiert, die aus der bisherigen Entwicklung von Linguistic-Landscapes-Forschung resultieren. Daraufhin wird eine linguistische Linguistic-Landscapes-Forschung entworfen, die aus der Perspektive der Pragmatik heraus Linguistic Landscapes als Kommunikation versteht. Dieser Blickwinkel ermöglicht es, Eigenschaften von ortsgebundener Schrift im öffentlichen Raum zu beschreiben, die als Untersuchungskriterien für jede Art von Linguistic-Landscapes-Forschung dienen können. Wird Linguistic-Landscapes-Forschung auf ein bestimmtes Gebiet angewandt, so können die einzelnen Einheiten der Linguistic Landscape – Schilder – in ihrem Zusammenhang betrachtet und die gesellschaftlichen Mechanismen, die zur Bevorzugung einer bestimmten Sprache führen, analysiert werden.

Nach einem Abriss der sprachlichen Situation in Belarus wird das Minsk-Korpus vorgestellt. Die enthaltenen Daten wurden im Herbst 2017 gesammelt, daraufhin zu Analyseeinheiten aufbereitet und in mindestens sechs Kategorien annotiert. Im Fokus der praktischen Arbeit steht die Analyse des Zusammenhangs von Sprache und Funktion im Minsk-Korpus mit einem besonderen Fokus auf das Verhältnis vom Belarussischen und Russischen. Dieses wird zum einen über Methoden der deskriptiven Statistik, zum anderen über Methoden der explorativen Statistik untersucht: Die Korrespondenzanalyse und Point Pattern Analysis werden in dieser Arbeit zum ersten Mal auf Linguistic-Landscapes-Daten angewendet. Eine qualitative Betrachtung exemplarischer Einzelfälle vertieft das Verständnis der komplexen Mechanismen, die zur Entscheidung für eine der beiden Sprachen in einer bestimmten Funktion führen. Schließlich werden auch physische Eigenschaften der Schilder, zum Beispiel Größe und Material, systematisch im Hinblick auf ihre Relevanz für die Sprachwahl auf den Schildern analysiert.

Über die konsequente Verortung in der Pragmatik ermöglicht die Arbeit eine Definition von Linguistic Landscapes, aus der sich Untersuchungskriterien ableiten, die für alle Arten von weiteren Linguistic-Landscapes-Studien nutzbar sind. Außerdem zeigt sie konkrete statistische Methoden auf, die auf die spezifischen Eigenschaften von Daten aus Linguistic-Landscapes-Studien anwendbar sind.

Die Studie zeigt, dass das Russische in der Linguistic Landscape von Minsk für alltagsrelevante und kommerzielle Zwecke verwendet wird. Das Belarussische hingegen übernimmt räumlich-indexikalische Funktionen, die der Beschreibung des öffentlichen Raums dienen. Diese Sprachverwendung ist an sich nicht symbolisch. Sie ermöglicht es jedoch, dass das Belarussische in anderen Kontexten als Symbol für die belarussische Nation dienen kann.

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