Ferne Enden: Tiefenzeit in Literatur und Wissenschaft vom Russischen Imperium bis zur Sowjetunion
Ferne Enden vermisst das Spannungsfeld von Wissenschaftsgeschichte und Literatur in Russland von etwa 1870 bis 1930. Das Buch rekonstruiert die unermesslichen Zeiträume der Geologie ebenso wie die Imaginationen eines menschenleeren Planeten in ferner Zukunft.
Man schätzt die russische Literatur für die Schilderungen eines gewaltigen geographischen Raums. Weniger bekannt ist hingegen ihre Beschäftigung mit der ungeheuren Länge der Zeit. Literatur wie Wissenschaft im Russischen Imperium und in der Sowjetunion verorteten die sogenannte Tiefenzeit nicht nur in den Diskursen von Geologie und Paläontologie, sondern auch in der Anthropologie und Thermodynamik, in denen der Mensch seine fernen Anfänge und Enden erkennt.
Philipp Kohls Buch zeigt, auf welche Weise Literatur und Wissenschaft sich der Fiktion bedienen, um abstrakte naturgeschichtliche Zeiträume zu veranschaulichen. Es geht den radikal politischen Imaginationen des Menschheitsalters unter dem Eindruck Darwins nach und zeigt anhand einer Neulektüre klassischer Werke von Goncarov, Dostoevskij und Cechov, wie sich das 19. Jahrhundert das Erkalten der Erde in ferner Zukunft ausmalt. Phantastik, Abenteuerliteratur und Populärwissenschaft führen tief ins Innere der Erde und ihrer Vergangenheit. Anhand der sowjetischen Gattung des Produktionsromans um 1930 demonstriert Ferne Enden schließlich, wie die Literatur des sozialistischen Aufbaus die Erdgeschichte umschreibt – und ihr »Geooptimismus« (Gor’kij) jenes vom Menschen geprägte Zeitalter vorbereitet, das heute Anthropozän genannt wird.
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Unity in Diversity, Diversity in Unity: Slavdom and Its Facets
Unity in Diversity, Diversity in Unity centers on the broad topic of Slavdom, Slavic national concepts such as spiritual and cultural communities, and their expression in literature and linguistics.
The contributors investigate the complexities of multiculturalism and its psychosocial underpinnings by exploring the relationship between humans and nature, the value systems reflected in Slavic cultures, and the dehumanizing effects of war. In addition, the book reveals mechanisms of resistance to terror and analyzes the pandemic as both a cultural and a media phenomenon. It explores themes of memory as expressed in cultural texts and Slavic onomastics, using sociological insights to examine how cultural heritage influences naming practices and literary production across genres and literary schools. With a multifaceted approach, the volume offers a rich and in-depth analysis that embraces new methodologies in the contemporary humanities.
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