WDR ZeitZeichen: „Stockholmer Blutbad: Mord im Namen der Kirche“

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Anfang November 1520 strömt die schwedische Elite nach Stockholm. Der dänische König Christian II. feiert seine Krönung zum Herrscher über Schweden. Drei Tage lang scheint alles in bester Ordnung: freundliche Gesten, festliche Stimmung, Versprechen von Amnestie für ehemalige Kontrahenten. Der Schein trügt.

Am dritten Tag werden die Türen des Schlosses geschlossen. Erzbischof Gustav Trolle erhebt schwere Anklagen: Ketzerei und Hochverrat hätten die begangen, die seinen und damit Christians Rivalen unterstützt haben. Was folgt, ist ein Akt kalkulierter Gewalt. Auf dem Marktplatz werden mehr als 120 Adlige, Geistliche und Bürger hingerichtet. Ein Schock für das ganze Land.

Gustav Eriksson, später als Gustav Wasa bekannt, entgeht dem Stockholmer Blutbad, doch sein Vater gehört zu den Opfern. Das Massaker wird für Gustav Wasa zum Wendepunkt: In den Jahren danach führt er den Widerstand gegen die dänische Herrschaft an und wird schließlich 1523 zum König von Schweden gewählt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:

  • wie ein prunkvolles Krönungsfest zum Schauplatz politischer Abrechnung wird,
  • warum der Vorwurf der Ketzerei entscheidend ist,
  • wie Christian II. versucht, sein Handeln gegenüber Rom zu rechtfertigen,
  • warum der Vatikan trotz Kenntnis der Vorgänge nicht einschreitet,
  • wie das „Stockholmer Blutbad“ zu einem Wendepunkt der schwedischen Geschichte wird.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

Weiterführende Links:

(WDR, Thomas Mau, Carolin Rückl und Frank Zirpins)

Sie können die Sendung, die am 9.11.2025 in der Reihe „ZeitZeichen“ lief, über die Seite des WDR nachhören oder als Audiodatei herunterladen.

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